Fun Facts vom Japanischen Solarmarkt
Mar, 2020




Fun Fact 1.

FiT-System(Feed-in-Tariff/Einspeisetarife) in Japan


Das FiT (Einspeisungsvergütungssystem)-System garantiert den Erzeugern erneuerbarer Energie die Abnahme ihrer Energieproduktion zu einem festen Preis für einen bestimmten Zeitraum. Japan führte das FiT-System im Juli 2012 ein, um den Ausbau der erneuerbaren Energien im Rahmen des Atomausstiegs zu fördern. Zuvor fand, wie in Korea, das RPS (Renewable Energy Portfolio Standard)-System, welches die Lieferung von erneuerbarer Energie an Energieunternehmen obligatorisch vorschreibt, Anwendung zum Kauf von „überschüssigem“ Strom. Um die Versorgung und Verbreitung erneuerbarer Energien innerhalb kurzer Zeit zu erreichen, wurde in der Folge das effektive FiT-System durch private Investoren umgesetzt.


Jedoch waren die Vor- und Nachteile des FiT-Systems offensichtlich. Seit dieses System 2012 eingeführt wurde, wurde damit ein großer Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energieanlagen geleistet. Im Zuge der Umsetzung wurde jedoch die staatliche Belastung infolge der stetig steigenden Stromtarife immer höher.


Da es sich bei FiT um ein subventionsähnliches System handelt, wurde ein Teil der Investitionskosten zur Kostendeckung auf die Strompreise aufgeschlagen, was wiederum wie in Deutschland auch zu einer Erhöhung der Stromrechnungen für normale Haushalte führte. Darüber hinaus wurde der Kaufpreis auf der Grundlage des Zeitpunkts der FiT-Genehmigung, nicht des kommerziellen Betriebs der Photovoltaikanlagen berechnet, so dass einige Betreiber die Preiseentwicklung für Photovoltaikanlagen solange beobachteten, bis sie aufgrund niedriger Anschaffungskosten ihren Gewinn zu maximieren konnten.


Um diese Probleme zu lösen, schaffte die japanische Regierung das FiT-System sukzessive ab und führte 2017 das Ausschreibungssystem ein. Ende 2018 beschloss das japanische Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie, die Zahlungen an Stromerzeuger, die eine FiT-Lizenz von 2012 bis 2014 erhielten und innerhalb eines bestimmten Zeitraums keinen Strom erzeugt haben, zu senken.



Fun Fact 2.

Übergang vom FiT-Markt zum FiP-Markt


Um die überhöhten Subventionskosten des FiT-Systems zu senken, zog die japanische Regierung die Einführung eines FiP-Systems (Feed in Premium) in Betracht. Das FiP-System gewährt Ökostromerzeugern, die ihren Strom an der Strombörse verkaufen, eine Prämie auf der Grundlage des erzielten Verkaufspreises. Die japanische Regierung plant die Einführung dieses neuen Systems zum Jahr 2021. Dieses Jahr sollen hierfür detaillierte Regelungen festgelegt werden. Aus der Sicht der Regierung ist dieses System effektiv, um Subventionsleistungen zu reduzieren; da jedoch die Einnahmen eines Erzeugers mit den im Großhandel erzielten Preisen variieren werden, wird es für die Stromerzeuger schwierig, eine genaue Prognose der Amortisationsdauer des PV-Systems zu errechnen.






Fun Fact 3.

Zukünftige Entwicklungstendenzen des japanischen Solarmarktes


Mit dem Auslaufen der Unterstützung für den FiT ab Ende 2019 begannen die Erzeuger erneuerbarer Energien ein starkes Interesse an neuen Abnehmern und am Eigenverbrauch des erzeugten Stroms zu zeigen. Seitdem haben die großen Elektronikunternehmen im Land ihre Kaufpreise für Strom und ihre damit verbundenen Dienstleistungen im Wettbewerb bekannt gegeben. Inzwischen sind sogenannte "neue Stromanbieter", einschließlich regionaler Gasunternehmen, entstanden, die höhere Ankaufpreise als die großen Stromkonzerne bieten. Infolgedessen wird prognostiziert, dass sich der früher von großen Unternehmen dominierte Strommarkt in einen Markt verwandeln wird, auf dem die Verbraucher aus einer Vielzahl von Anbietern, Produkten und Dienstleistungen werden wählen können.


Unterdessen treibt die japanische Regierung einen Plan zur Überarbeitung des sogenannten „Electricity Business Act“ voran, um durch die Förderung der dezentralen Stromerzeugung eine stabile Stromversorgung in Notfällen (einschließlich Naturkatastrophen) zu gewährleisten. Wenn das Gesetz verabschiedet wird, werden Betreiber virtueller Kraftwerke (virtual power plants - VPP), deren Geschäftsmodell der Handel oder Verkauf von Strom aus dezentraler Energieerzeugung ist, die Möglichkeit haben, eine Stromvertriebslizenz zu erhalten. Dies war bisher nur den großen Stromversorgern vorbehalten.

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