Der koreanische Solarmarkt
May, 2020




Koreanischer Solarmarkt wächst weiter

Obwohl Koreas gebirgige Landschaft eine weite Verbreitung von Solaranlagen erschwert, ist die Zahl der PV-Installationen in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Q.FACT wirft in dieser Ausgabe einen Blick auf den koreanischen Solarmarkt, auf die Gründe für sein stetiges Wachstum und die Strategie von Q CELLS für den heimischen Markt.



▶ Fakt Nr.1  |   Vier Gründe für das Wachstum des koreanischen Solarmarktes


Geographisch ist Korea eine Halbinsel, die zu 70 Prozent von gebirgiger Landschaft bedeckt ist und Meeresküsten im Westen, Osten und Süden. Gemäß dem Ende 2019 geänderten Gesetz über die Verwaltung von Bergdistrikten (Management of Mountainous Districts Act) wurden die Vorschriften für Photovoltaikanlagen in Bergregionen stark verschärft, was die potenzielle Fläche für die Solarstromerzeugung weiter verknappte. Nichtsdestotrotz hat der Zubau in Korea seit 2016 im Jahresdurchschnitt um 51 Prozent zugenommen. Da die Neuinstallationen im Jahr 2019 insgesamt 3,1 GW erreicht haben und im ersten Quartal 2020 bereits 1,2 GW hinzukamen, wird eine weiterhin robuste Nachfrage erwartet. Warum also wächst der koreanische Solarmarkt so stark, obwohl die geographischen Bedingungen so ungünstig sind? Hier sind die vier wichtigsten Faktoren:  






(1) Änderung des "Renewable Energy 3020 Implementation Plan" 


Energie steht in direktem zusammenhang mit Lebensqualität. Um den Wunsch der Öffentlichkeit nach sauberer und sicherer Energie zu erfüllen, kündigte die koreanische Regierung Ende 2017 den "Renewable Energy 3020 Implementation Plan" an. Er setzt das Ziel, bis zum Jahr 2030 einen Anteil von 20% erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung zu erreichen (7,6 Prozent in 2017). 

Mit diesem neuen Ziel im Blick überarbeitete die koreanische Regierung alle relevanten Vorschriften. Insbesondere überarbeitete das Ministerium für Handel, Industrie und Energie vor kurzem die "Verordnungen zur Entwicklung und Nutzung erneuerbarer Energien und ihrer Förderung". überarbeitet und seinen Plan angekündigt, die Quote an erneuerbaren Energien (EE) der relevanten Energieversorger¹ (siehe Tabelle 1) sowie die EE-Quote für den Energieverbrauch von Gebäuden zwischen 2020 und 2030 zu erhöhen (siehe Tabelle 2). Dies unterstreicht die Entschlossenheit der Regierung, den Anteil erneuerbarer Energien weiter auszubauen.


1. K-water, Korea District Heating Corporation und Unternehmen, die Kraftwerke mit einer Leistung von 500 MW oder mehr besitzen, ausgenommen inländische Anlagen für erneuerbare Energien





(2) Unbegrenzter Anschluss an das Netz der KEPCO (Korea Electric Power Corporation) 


Im Oktober 2016 kündigte das Ministerium für Handel, Industrie und Energie an, auf entsprechenden Antrag den Netzanschluss für Erzeuger erneuerbarer Energien von 1 MW oder weniger zu garantieren. Durch den garantierten Anschluss an das Stromnetz der KEPCO werden die öffentlichen Stromnetze direkt stabilisiert, wenn Ausfälle aufgrund unzureichender Kapazität von Umspannwerken oder Verteilungsleitungen auftreten. Die Zahl der Anträge hat seitdem stark zugenommen, so dass die erforderliche Kapazität für den Anschluss erneuerbarer Energiequellen von Oktober 2016 bis März 2020 fast 14 GW erreicht hat. Etwa die Hälfte dieser Anschlüsse ist bereits technisch umgesetzt. Die KEPCO hat den zusätzlichen Anschluss von etwa 2,8 GW an Anlagenkapazität bis März 2021 zugesagt. Dafür will sie neue Verteilungsleitungen verlegen und den Transformatoren im großen Stil ausbauen, um so eine unbegrenzte Anschlussmöglichkeit für erneuerbare Energie-Anlagen von 1 MW oder weniger zu gewährleisten.



(3) Mindesteffizienz für Solarmodule


Die Tatsache, dass der Photovoltaik-Ausbau in Korea geografisch limitiert ist, erhöht den Bedarf an hochleistungsfähigen, hocheffizienten Solarmodulen. Daher hat das Ministerium für Handel, Industrie und Energie 2019 eine Untergrenze für die Effizienz von Solarmodulen festgelegt. Seit Anfang 2020 dürfen keine Solarmodule mit einer Effizienz unter von 17,5% mehr installiert werden. Darüber hinaus entzog das Ministerium PV-Modulen die Zertifizierung, die in schwimmenden oder in der Landwirtschaft installierten Anlagen verbaut sind und deren Bleigehalt 50 ppm (0,005%) übersteigt. So will die koreanische Regierung die Entwicklung und Installation von leistungsstarken Solarmodulen fördern, die Wettbewerbsfähigkeit der Hersteller stärken und gleichzeitig die Verbreitung von niedriger Qualität im Land verhindern. 



(4) Mini-Kraftwerke optimiert für verschiedene Gehäusetypen


Der Solarmarkt wird meist in private Anlagen, industriell/gewerbliche Anlagen und Kraftwerke unterteilt. Davon sind private Anlagen in der Regel Solarsysteme von 10 kW oder weniger auf Schräg- oder Flachdächern von Einfamilienhäusern. Wohnungen machen jedoch mehr als 61 Prozent der koreanischen Behausungen aus. Aus diesem Grund sind in Korea "Balkon-PV-" oder "Mini-PV"-Anlagen auf dem Vormarsch. Bei der Balkon-PV werden Solarmodule zw. 50 W und 1 kW installiert und über Wechselrichter mit dem Hausanschluss verbunden. Je nach Installationsposition werden sie stationär auf Balkongeländern installiert, oder als so genannte „Anker“ auf Gebäudedächern. Die Häuser können ihre erzeugte Energie zunächst ohne separate Speichervorrichtung nutzen, wobei der Reststrom von der KEPCO geliefert wird. Die kumulierte Größe solcher Minikraftwerke in Seoul betrug 2019 etwa 150 MW. Davon entfielen etwa 33 MW auf Balkon-PV-Anlagen (2019 wurden 11,5 MW installiert). Im Jahr 2020 hat die Großstadt Seoul im Rahmen des Förderprojekts "Balkon-PV-Mini-Kraftwerke" insgesamt 17,3 Milliarden KRW an Subventionen für etwa 50.200 Haushalte (ca. 16,3 MW) bereitgestellt.




▲ Balkon-PV-Anlage am Geländer eines Apartements  (Quelle | Solar Terrace)


▶ Fakt Nr.2  |   Hochleistungsfähiges Q.PEAK DUO G9 geht an den Start


Am 18. Mai gab Q CELLS den Startschuss für das neue Solarmodul "Q.PEAK DUO G9", das erstmals im vergangenen September auf der US Solar Power International 2019 vorgestellt wurde. Im koreanischen Markt, den Q CELLS kontinuierlich anführt,  soll das Modul die Nachfrage nach hochleistungsfähigen und hocheffizienten Produkten befriedigen. PV-Module, die zuvor verkauft wurden, verursachten einen gewissen Leistungs- und Effizienzverlust aufgrund von ungenutztem Raum zwischen den Zellen, aber dies wurde beim "Q.PEAK DUO G9" durch die neue "Q.ANTUM DUO Z"-Technologie behoben. "Q.ANTUM DUO Z" steht für die Zero-Gap-Technologie als neues Feature der Q.ANTUM DUO"-Technologie. Durch die effizientere Nutzung der Fläche zur Stromerzeugung sowie die leicht gestiegene Dimension konnten Wirkungsgrad und Leistung verbessert werden. "Q.PEAK DUO G9" bietet eine um mehr als 10% verbesserte Leistung (400Wp-Niveau) und erreicht so maximal 460Wp. Hee Cheul (Charles) Kim, CEO von Q CELLS, sagte bei der Vorstellung des Q.PEAK DUO G9: "Es ist ein spezialisiertes Hochleistungsprodukt für den effizienten Einsatz auf begrenzten Flächen. Q CELLS wird den koreanischen Solarmarkt auch künftig anführen, indem wir kontinuierlich Produkte von hoher Qualität und überlegener Leistung auf den Markt bringen, die auch globale Anerkennung genießen."





▲ Der Startschuss für Q CELLS’ “Q.PEAK DUO G9” fiel am 18. Mai. Es erreicht bis zu 460Wp.
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