Politische Trends in Koreas Solarindustrie und die Initiativen von Q CELLS
Jun, 2020



Angetrieben durch ihre hervorragende Wirtschaftlichkeit, Anwendbarkeit, Skalierbarkeit und Umweltfreundlichkeit entwickelt sich die PV-Stromerzeugung aus Sonnenenergie rasch zu einer dominierenden erneuerbaren Energiequelle. Sie tritt an, um die traditionellen Energieindustrien zu ersetzen. Weltweit sinken die Kosten für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Mit Unterstützung seitens der Politik, vor allem aber durch die aktive Technologieentwicklung rückt das Erreichen der Netzparität¹ immer näher. In Korea jedoch sinken die Preise für Erneuerbare-Energien-Zertifikate aufgrund eines Überangebots weiter, was die Kosten der PV-Erzeugung zusätzlich senkt. Entsprechend schnell verändert sich der Markt. In dieser Ausgabe der Markteinblicke werfen wir einen genaueren Blick auf die Trend in der PV-Industriepolitik Koreas und wie sich Q CELLS darauf einstellt..



  Korea’s politische Linie beim IPP² Geschäft  


1. Steigende Nachfrage nach REC (Renewable Energy Certificates – Erneuerbare-Energie-Zertifikate)³

Unabhängige PV-Stromerzeuger verkaufen den erzeugten Strom zum so genannten SMP (System Marginal Price) und erzielen durch den Verkauf von REC einen zusätzlichen Gewinn. Ein REC bescheinigt, dass die Erzeuger den Strom aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen und verkauft haben. Ein REC kann an Stromversorger verkauft werden, die dem RPS(Renewable Energy Portfolio Standard)4 unterliegen, oder an der Korea Power Exchange gehandelt werden. Die REC-Preise schwankten in den letzten drei Jahren und erreichten in den Jahren 16, 17 und 18 jeweils 86.508 KRW, 104.688 KRW und 87.833 KRW. Offizielle Vertreter der Energiebranche prognostizieren, dass der seit 2018 anhaltende Verfall der REC-Preise den Markt weiterhin beeinflussen wird und dass der Standard-REC-Preis im vergangenen Jahr erneut um etwa 20% gefallen sein wird. Der Hauptgrund für den Preisverfall ist ein Überangebot. Als Reaktion darauf unternimmt die Regierung jetzt Schritte zur Vorbereitung geeigneter Maßnahmen.




Quelle  |  The Korea Solar Energy Development Association




(1) Zunahme der verpflichtenden REC Lieferungen

Das Ministerium für Handel, Industrie und Energie entfernte in der am 17. April 2020 verkündeten überarbeiteten RPS-Verordnung eine Bestimmung, die 1 REC als 1 MWh definiert.




Source | The Ministry of Trade, Industry and Energy



(2) Erhöhte Quote für die obligatorische Bereitstellung

Am 14. Mai 2020 wurde das revidierte Gesetz zur Förderung der Einführung, Nutzung und Verbreitung neuer und erneuerbarer Energien verkündet. Das Gesetz sieht vor, dass der Anteil der obligatorischen Versorgung mit Solarstrom jährlich bis auf die derzeitige obligatorische Versorgungsquote von 10% steigt. Das verpflichtende Angebot wird sich auch auf den REC-Markt auswirken und möglicherweise die Nachfrage nach REC jährlich erhöhen. In dem Bemühen, die REC-Preise zu stabilisieren, minimiert die Regierung das REC-Angebot auf dem Spotmarkt und erhöht gleichzeitig das Bietvolumen. Wenn die Anzahl der Festpreis-Verträge zunimmt, ist mit einer Stabilisierung der SMP+REC-Preise zu rechnen.




Quelle  |  Überarbeitetes Gesetz zur Förderung der Einführung, Nutzung und Verbreitung neuer und erneuerbarer Energie




2. RE100 Schema

RE100 (Renewable Energy 100%) ist eine globale Initiative, die Unternehmen zusammenbringt, die sich für 100% erneuerbaren Strom einsetzen. Unternehmen, die sich an der Initiative beteiligen, können Strom aus erneuerbaren Energien beschaffen oder sichern, indem sie Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie errichten, sich an Kraftwerken beteiligen oder indem sie Authentifizierungszertifikate für erneuerbare Energien kaufen, einschließlich REC, PPA(Stromkaufvertrag)5. Bisher gab es in Korea noch keine große Nachfrage, sich an der Initiative zu beteiligen. Das lag sowohl am geringen Anteil erneuerbarer Energien, als auch der unangemessenen Politik zur Umsetzung der RE100 Initiative und am niedrigen Preis für Industriestrom. Mit zunehmendem Interesse am Thema „Nachhaltigkeit“ haben sich jedoch führende globale Unternehmen, darunter GM, Nike, IKEA und BMW, der RE100-Initiative angeschlossen. Auch Apple und Google bereiten sich auf die RE100-Initiative in Korea vor und wollen auf 100% erneuerbare Energien umstellen. Der im Juni 2019 angekündigte 3. grundlegende Energieplan umfasst „die Überprüfung der PPA zur Ausweitung der Nutzung erneuerbarer Energien in Unternehmen“. Nach Überarbeitung des RE100-Implementierungsplans im Oktober 2019 kündigte das Ministerium für Handel, Industrie und Energie 4 neue Wege an, wie Unternehmen erneuerbare Energien unterstützen können:


1) Zahlung einer grünen Prämie (Green Pricing) an Stromanbieter

2) Installation privater Anlagen für erneuerbare Energien aus eigenen Mitteln 

3) Bau von Anlagen für erneuerbare Energien zur kommerziellen (einschließlich teilweiser Kapitalbeteiligung, aber innerhalb der Grenzen des REC)

4) PPA, die über einen Stromversorger abgeschlossen wurden


Um das Geschäft mit erneuerbaren Energien durch die Einführung von RE100 zu erleichtern, wird erwartet, dass in naher Zukunft, zusätzlich zu den REC-Kaufverträgen der Energieversorger mit unabhängigen Erzeugern ein direkter PPA zwischen Verbrauchern und Erzeugern erneuerbarer Energien zulässig sein wird. Bevor ein PPA unterzeichnet wird, müssen sich die Erzeuger auf die entsprechenden Ausbau ihres Geschäfts und das IPP-Geschäft vorbereiten. Wenn die Rentabilität der Solarstromerzeugung innerhalb der nächsten drei Jahre gesichert werden kann, wird erwartet, dass viele Stromverbraucher PPAs unterzeichnen werden.




3. Plan der koreanischen Regierung

Die Regierung Südkoreas fördert den Ausbau der erneuerbaren Energien durch verschiedene Vorschriften und Pläne und reagiert auf die Marktdynamik, indem sie die eigene Politik sowie die Verordnungen kontinuierlich überarbeitet.


(1) Plan zur Implementierung: Erneuerbare Energien 3020

Von der südkoreanischen Regierung wird erwartet, dass sie die Förderung großer Solarprojekte durch die Sicherung von Standorten und die Entwicklung entsprechender Lizenzen unterstützt. Zu den repräsentativen Projektstandorten gehören großflächig rekultiviertes Land und durch Salz geschädigtes Ackerland, landwirtschaftliche Flächen und Reservoirs. Außerdem kann die Regierung Hürden aus dem Weg räumen, indem sie die genehmigungsverfahren vereinfacht und Anwohner rechtzeitigt beteiligt, um so die Akzeptanz zu erhöhen.






(2) Der 9. Masterplan für die Versorgung mit elektrischer Energie

Auf der Grundlage des 9. Masterplans für die Versorgung mit elektrischer Energie, den das Industrieministerium in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 ankündigen wird, soll der Anteil der Anlagen für erneuerbare Energien von derzeit 15% auf 40% erhöht werden, um die Umsetzung der Energiewende-Politik zu beschleunigen. Die Regierung strebt an, die kumulierte PV-Stromkapazität bis 2034 auf 45,6 GW zu erhöhen.




Quelle | The 9th Electric Energy Supply Master Plan



(3) Grüner New Deal

Im Mai 2020 beschloss die Regierung, den „Green New Deal“ in die südkoreanische New Deal-Initiative aufzunehmen. Die Politik des „Green New Deal“ soll in Verbindung mit der Energiewende-Politik die Abhängigkeit von fossilen Energien zur Eindämmung des Klimawandels verringern und die Nutzung erneuerbarer Energien erhöhen. So will man mehr Investitionen und neue Arbeitsplätze schaffen. Auf der Grundlage von acht Projekten in drei Bereichen - grüne Geschäftsinnovation, grüner Infrastrukturwandel und emissionsarme, dezentrale Energieförderung - plant die Regierung, bis 2022 insgesamt 12,9 Billionen KRW zu investieren. Der allgemeine Plan für den Grünen New Deal wird Anfang Juli vorgestellt. Somit wird erwartet, dass das Geschäft mit erneuerbaren Energien zur Dekarbonisierung enorm expandieren wird.


Nicht nur in der Exekutive, sondern auch in der Nationalversammlung wird die Diskussion über die Gesetzgebung zur erweiterten Versorgung mit Solarenergie aktiv geführt. Kürzlich wurde ein Gesetzentwurf vorgeschlagen, der sich auf die Abschaffung der Obergrenzenregelung für die obligatorische RPS-Versorgung6 konzentriert. In Anbetracht des oben genannten politischen Trends wird erwartet, dass zahlreiche Möglichkeiten für die Entwicklung von Großunternehmen und die Beteiligung von IPP-Unternehmen geschaffen werden.




  Die Initiativen von Q CELLS  

Q CELLS ist bestrebt, seine Führungsposition auf dem sich ständig verändernden südkoreanischen Photovoltaik-Markt zu festigen.


1. Nachfrage nach Photovoltaiksystemen anheizen

Die derzeitige obligatorische RPS-Versorgungsrate ist auf 10% festgelegt. Wenn diese Regelung überarbeitet wird, ist nach 2023 mit einem Anstieg der Rate der Pflichtversorgungsrate zu rechnen. Die 2017 gestarteten großen Regierungsprojekte zielten darauf ab, bis 2030 eine Versorgungsrate von 28% zu erreichen. Das bedeutet, dass ein jährlicher Anstieg von etwa 2% erforderlich ist.


Q CELLS betont nachdrücklich die Notwendigkeit einer Erhöhung der RPS-Rate und fordert die Bereitstellung unterstützender Maßnahmen zum REC-Preisschutz, um den „2030 Renewable Energy Implementation Plan“ durchzuführen. Um die Nachfrage nach PV in der Landwirtschaft zu fördern, plant Q CELLS auch, die Revitalisierung der Photovoltaik zu unterstützen. Während eines landwirtschaftlichen PV-Medientages, der in der zweiten Hälfte dieses Jahres stattfinden soll, plant Q CELLS, praktische Informationen über die landwirtschaftliche Photovoltaik-Energie bereitzustellen und die Verbreitung des Systems zu unterstützen. Im Einklang mit der Unternehmensvision, die eine nachhaltige Zukunft verfolgt, erwarten wir großes Interesse an der Einführung von Richtlinien im Zusammenhang mit RE100. Mit der künftigen Verwendung von PPAs durch Unternehmen sollte die Nachfrage nach Installationen ebenfalls steigen, wenn sich stromintensive Unternehmen für die PV-Energie entscheiden.



2. Die Initiativen von Q CELLS auf den Grünen New Deal

Der „Green New Deal“ ist in den letzten Jahren zu einem Hauptgesprächsthema geworden und findet weltweit viel Akzeptanz. Die „Energietransformation“, die eine der Hauptaufgaben des südkoreanischen Green New Deal ist, wird als grundlegende Lösung für den Klimawandel herausgestellt. Der dafür notwendige zentrale „grüne neue Wachstumsmotor“ ist die Photovoltaik. Als Marktführer auf dem heimischen Photovoltaik-Markt versteht Q CELLS die Notwendigkeit des „Green New Deal“ und plant die Durchführung entsprechender Geschäfte im Einklang mit den Vorgaben des „Green New Deal“, wobei der Schwerpunkt auf dem industriellen Photovoltaik-Geschäft und der vertrieblichen Förderpolitik liegt.

Im Jahr 2019 betrug das Installationsvolumen neuer PV-Kapazität weltweit 114,9 GW. Korea lag mit 3,1 GW neu installierter Leistung auf Platz 10. Es wird erwartet, dass der Anteil der Photovoltaik-Energie auf dem koreanischen Markt durch das Erreichen der Netzparität (Grid Parity) und mit dem Sinken des LCOE der Photovoltaik weiter steigen wird. Die Photovoltaik ist eine Energie, die das Zeitalter der Energiewende einläuten kann. Q CELLS wird den koreanischen Photovoltaik-Energiemarkt mit gut geplanten Strategien und durch schnelles Reagieren auf politische Vorgaben weiterhin anführen.







1. Netzparität: Netzparität ist der Punkt, an dem die Kosten für alternative Energien (wie Sonne oder Wind) gleich hoch sind wie die Kosten für konventionelle Energieformen, einschließlich Öl und Kohle. 

2. IPP (Unabhängiger Stromproduzent): Ein IPP ist ein privates Unternehmen, das gemeinsam mit Investoren ein Kraftwerk baut und es für einen bestimmten Zeitraum besitzt und/oder betreibt, um die Investition durch den Verkauf von Elektrizität zurückzugewinnen. In den USA und Europa ist es üblich, ein Kraftwerk im Rahmen des IPP-Geschäftsmodells zu bauen. 

3. REC (Zertifikat für erneuerbare Energien): Die Gewinnstruktur des PV-Erzeugungsgeschäfts wird weitgehend in SMP und REC eingeteilt. Der System Marginal Price (SMP) ist der marginale Großhandelspreis für Strom, der an die Korea Electric Power Corporation verkauft wird. REC (Renewable Energy Supply Certificate) bezieht sich auf die Einnahmen, die durch den Verkauf von Zertifikaten für die Versorgung mit erneuerbarer Energie an die einzelnen Stromversorgungsunternehmen erzielt werden.

4. RPS (Renewable Energy Portfolio Standard): Ein System, das unabhängige Stromerzeuger, die eine Anlage von 500 MW oder mehr besitzen, verpflichtet, einen bestimmten Anteil an erneuerbarer Energie zu liefern. 

5. PPA (Stromkaufvertrag): Ein PPA ist eine Vereinbarung, die getroffen wird, wenn ein unabhängiger Stromerzeuger Strom, der aus einer erneuerbaren Energiequelle erzeugt wurde, an die Korea Electric Power Corporation verkauft. Es ist nur möglich, wenn der Produzent ein entsprechendes Zertifikat von der Korea Electric Power Corporation erhält und eine Stromleitung zur Verteilung des Stroms angeschlossen ist.

6. Die Obergrenzenregelung für die obligatorische RPS-Versorgung: Regelung, die die obligatorische RPS-Versorgung per Präsidentenanordnung innerhalb von 10% der gesamten Stromerzeugung festlegt.
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