Kohlenstoffzertifizierungs- und Mindestwirkungsgradsystem als Chance
zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit in der Solarindustrie
Aug, 2020



Seit Beginn der industriellen Revolution sind Energieerzeugung und -verbrauch weltweit drastisch gestiegen. Die Weltwirtschaft ist zu einer Struktur geworden, die umso mehr Geld verdient, je mehr Kohlenstoffdioxid sie ausstößt. Das Leben der Menschheit ist wohlhabender geworden. Die Durchschnittstemperatur der Erde ist jedoch in den letzten 113 Jahren (1880-2012) um 0,85°C gestiegen und die durch außergewöhnliche Klimasituationen wie Hitzewellen und starke Regenfälle verursachten Schäden haben zugenommen. Daher unternehmen vieler Länder auf der Welt Anstrengungen, um die globale Erwärmung zu verhindern und die Kohlenstoffdioxidemissionen zu reduzieren. Das kürzlich in Korea eingeführte Kohlenstoffzertifizierungssystem und das Mindestwirkungsgradsystem für Solarmodule sind ein Teil dieser Bemühungen. 






▶ Das Kohlenstoffzertifizierungssystem und das Mindestwirkungsgradsystem für kohlenstoffarme, hocheffiziente Solarprodukte


In Korea wurde das Kohlenstoffzertifizierungssystem für Solarmodule im Juli 2020 eingeführt. Es misst und verwaltet die Gesamtmenge an Treibhausgasen (CO₂·kg), die beim gesamten Herstellungsprozess eines Solarmoduls (Polysilizium-Ingot·Wafer-Zelle-Modul) freigesetzt werden. Die Gesamtmenge der Gase berechnet sich als Summe der Emissionen, die direkt beim Herstellungsprozess entstehen und jenen, die bei der Erzeugung der zur Herstellung verwendeten Strommenge entstehen. Das System setzt Anreize für Produkte und Einrichtungen mit geringen Emissionen. Je nach Menge der Kohlenstoffemissionen werden Module in insgesamt 3 Klassen eingeteilt: 1. Klasse (weniger als 670 kg‧CO₂/kW), 2. Klasse (über 670 bis 830 kg‧CO₂/kW) und 3. Klasse (mehr als 830 kg‧CO₂/kW). Bei Ausschreibungen gemäß des Erneuerbare-Energieversorgungspflichtsystems (Renewable Portfolio Standards: RPS) und der Vergabe staatlicher Projekte für Solaranlagen werden den Bietern anhand dieser Klassen Anreize geboten.
Darüber hinaus gilt seit Januar 2020 das Mindestwirkungsgradsystem für Solarmodule, das den Mindestwirkungsgrad für Solarmodule auf 17,5% festlegt und kontrolliert, dass Produkte, die diesen Standard nicht erfüllen, die Zertifizierung nach den Korean Industrial Standards (KS) nicht erhalten. Der Wirkungsgrad eines Solarmoduls ist gleich dem Verhältnis aus der gewonnenen elektrischen Energie und der eingestrahlten Energie des Sonnenlichts. Wenn der Wirkungsgrad eines Moduls erhöht wird, kann auf derselben Fläche mehr elektrische Energie erzeugt werden, was wiederum eine effizientere Flächennutzung ermöglicht. So wird bei einem Solarmodul mit 1% höherem Wirkungsgrad erwartet, dass die für die Installation des Solarmoduls erforderliche Landfläche um ca. 4-6% verringert wird.


▶ Formel für die Berechnung der Kohlenstoffemission



Quelle  |  Das koreanische Ministerium für Handel, Industrie und Energie  



▶ Implementierungsplan für Anreizvergabe nach der Kohlenstoffemissionsmengenklasse



Quelle  |  Das koreanische Ministerium für Handel, Industrie und Energie 



▶ CO-Fußabdrucksystem in Frankreich ähnlich dem Kohlenstoffzertifizierungssystem


Solarenergie ist unter erneuerbaren Energiequellen wie Windkraft, Gezeitenkraft und Geothermie als repräsentativ angesehen. Es wurde jedoch kritisiert, dass Solarenergie umweltschädlich sein könnte. Beispielsweise werden die Verwendung fossiler Brennstoffe wie Kohle und Erdöl im Produktionsprozess und die Reduzierung der Landfläche zur Installation als Kritikpunkte genannt. Das ist der Grund, warum das Kohlenstoffzertifizierungssystem und das Mindestwirkungsgradsystem für Solarmodule eingeführt wurden. Das koreanische Kohlenstoffzertifizierungssystem wurde auf der Grundlage des französischen CFP-Systems (Carbon Footprint for Product, CO-Fußabdruck für Produkte) erstellt. Im französischen CFP-Sytem werden Polysilizium, Ingot, Wafer, Solarzelle, Modul und sogar Hilfsstoffe in die Berechnung einbezogen. 
In Frankreich wird das CFP-System bei Ausschreibungen für öffentliche Solarstrom-Projekte berücksichtigt. Nach einem vom Compliance in Advance and Supporting System (COMPASS) veröffentlichten Bericht („EU-Umweltfußabdruck und das französische CO₂-Zertifizierungssystem für Solarmodule“) gibt es in Frankreich bei Ausschreibungen für den Bau und Betrieb von öffentlichen Solarenergieanlagen einen Mindeststandard für den CO-Fußabdruck von 750 kg‧CO₂/kW. Wenn der CFP-Standard nicht erfüllt wird, ist es unmöglich, am Ausschreibungsmarkt für öffentliche Aufträge teilzunehmen. Daher sollten Unternehmen die CFP-Standards bereits in der Produktionsphase berücksichtigen. Im öffentlichen Beschaffungswesen sind die Bewertungskriterien für den Bietermarkt für Solarstromanlagen ab 100 kW wie folgt: 70 Punkte für den Preis, 21 Punkte für den CFP-Wert und 9 Punkte für die Umweltrelevanz. Nach Frankreich plant auch die EU europaweit ein ähnliches System, den Umweltfußabdruck für Produkte/Organisationen (Product/Organization Environment Footprint), einzurichten und dem europäischen Rat bis Ende 2020 vorzulegen.



Quelle  |  Das koreanische Ministerium für Handel, Industrie und Energie 



▶ Neuausrichtung des Solarmarkts: Vom Preis zur Technologie


Mit der Einführung des Kohlenstoffzertifizierungssystems soll eine effektive Treibhausgasreduktion und eine signifikante Transformation der Energiequellen erreicht werden. Gleichzeitig sorgt es dafür, dass die Technologieentwicklung für kohlenstoffarme Solarmodule durch koreanische Unternehmen weiter vorangetrieben wird. Vor allem auf dem globalen Solarmarkt kann es im Preiswettbewerb mit einigen importierten Solarprodukten, die zu extrem niedrigen Preisen verkauft werden, ein Vorteil sein. Die Preise solcher Produkte sind niedrig, aber es besteht das Problem, dass sie Strom aus fossilen Brennstoffen beim Produktionsprozess verwenden, was umweltschädlich ist. Die Einführung des Kohlenstoffzertifizierungssystems motiviert die Unternehmen den Energieeinsatz (Strom, Brennstoff usw.) im Produktionsprozess zu minimieren, was auch eine Reduktion der Herstellungskosten zur Folge hat. Dies wird die technologische Wettbewerbsfähigkeit von heimischen Solarmodulen steigern und die grundlegenden Fähigkeiten der heimischen Industrie stärken, indem leistungsstarke und hocheffiziente Produkte entwickelt werden, die bei der Berechnung der Kohlenstoffemissionen im Vorteil sind.
Unabhängig vom Inlands- und Auslandsmarkt wird letztendlich die technologische Lücke den Erfolg oder Misserfolg im Solarmarkt entscheiden, nicht der Preiswettbewerb. Die koreanische Regierung führte das Mindestwirkungsgradsystem für Solarmodule ein, nach dem nur Module verwendet werden dürfen, die einen bestimmten Mindestwirkungsgrad nicht unterschreiten. Dadurch wurde für die Unternehmen auf dem koreanischen Solarmarkt ein Anreiz geschaffen, die Entwicklung der Technologie noch stärker voranzutreiben, während zuvor die preisliche Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt als wichtigster Faktor angesehen wurde. Infolgedessen wird sich der Solarmarkt in Korea von einem preisorientierten zu einem technologieorientierten Markt entwickeln. 


▶  Q CELLS hat zwei Ziele: Umweltfreundlichkeit und hohe Effizienz


Q CELLS erhielt 2014 in Frankreich die CFP-Zertifizierung. Der Erwerb der niedrigen CO₂-Fußadrucksklasse (CFP) von Q CELLS ist ein Beweis für seine Bemühungen, nicht nur den Verkauf seiner umweltfreundlichen Produkte zu fördern, sondern auch die Umweltbelastung bei der Herstellung zu vermeiden. Die Einführung des koreanischen Kohlenstoffzertifizierungssystems ist eine neue Gelegenheit, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu verbessern, das bereits versucht hat, die Umweltverschmutzung zu verringern. 
Aufgrund des neu eingeführten Mindestwirkungsgradsystems beschäftigt sich das Unternehmen mit der Entwicklung besonders hocheffizienter Solarmodule. Im letzten Mai brachte das Unternehmen Q.PEAK DU-G9 auf den Markt, ein Solarmodulprodukt, das die Leistung durch Anwendung der Q.ANTUM DUO Z Technologie erheblich steigert. Die Q.ANTUM DUO Z Technologie vereint die Q CELLS eigene Q.ANTUM DUO Technologie (Q.ANTUM Zellen + Halbzellen) und die Zero-Gap Technologie, welche die Abstände zwischen den Zellen minimiert. Durch die Verwendung dieser neuen Technologie können mehr Zellen auf derselben Fläche installiert werden, wodurch die Leistung des Produkts erhöht wird. Q CELLS wird seine Wettbewerbsfähigkeit durch die Entwicklung von Produkten, welche für das Kohlenstoffzertifizierungs- und Mindestwirkungsgradsystem geeignet sind, weiter stärken und damit gleichzeitig seine zwei Ziele, Umweltfreundlichkeit und hohe Effizienz, erreichen.  


Q CELLS hocheffiziente und leistungsstarke Q.PEAk DUO-G9 Modulserie


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